WAS WURDE IM VERGANGENEM JAHR GELESEN?

Das Jahresende ist eine Zeit der Listen, vieler erfreulichen Überraschungen und großer Enttäuschungen. Es ist die Zeit der besten Produkte, Musikangebote, Bücher, der ertragsreichsten Produkte und großen Ansagen. Auch bei Alkemist haben wir uns dem angeschlossen und eine Bücherliste vorbereitet, die im vergangenen Jahr für kürzere Abende sorgte.

 

GEORGE R. R. MARTIN: DAS LIED VON EIS UND FEUER

Obwohl George R.R. Martin den fünften Band der Buchserie „Das Lied von Eis und Feuer“ im Jahr 2011 schrieb und ein neuer noch nicht zu erwarten ist, gibt es keine Befürchtung, das seine unwiderlegbare Großartigkeit auch nicht den neuen Buch-Abenteurer anstecken könnte. Die mit einem eigenen Erzählstil durchdrungene Epopöe, wo wir das Geschehen jedes Kapitels durch die Augen eines der Hauptprotagonisten betrachten können, schubst uns in eine mittelalterliche Welt, in der ein Machtkampf zwischen den Adelsfamilien zum Epizentrum politischen Kampfes, der Intrigen und Betrug wird, von denen wir einfach nicht satt werden. Die Buchserie, die unter den Liebhabern von Fantasieromanen schon seit langem als ein Klassiker gilt, erlebte auch eine eigene Verfilmung und hört auf den Namen Game of Thrones. Das Kabelprogramm HBO, wahrscheinlich der Mittelpunkt der besten TV-Produktion, führt uns im April in die fünfte Fortsetzung.

 

CRAIG TAYLOR: LONDONERS

Über eine der Kultur-, Sport-, Kunst-, Geschichte- und Modehauptstädte der Welt haben wir schon viel gehört. Was ist aber mit ihren Einwohnern? Was ist mit der Palette von Einzelpersonen, aus allen Windrichtungen stammend, die mindestens so viele Geschichten mit sich tragen als die Stadt selbst? Der Journalist Craig Taylor versuchte den urbanen Rummel von London, das gleichzeitig gehasst, geliebt, gelebt, verflucht und geträumt wird, durch die Augen eines eklektischen Bürgers zu zeigen und fing auf 450 Seiten die Stimmen der Reichen und Armen, der Männer und Frauen, der Emigranten und Menschen, die London seit ihrer Geburt im Blut haben, ein. Lesen Sie die Geschichten über den Mann der mit den Wechselkursen handelt, über die Bahnansagerin auf der U-Bahn und über den Wachmann vor dem Buckingham Palast.

 

CORMAC MCCARTHY: DIE STRASSE

Eine Naturkatastrophe beendet die Welt des Komforts, so wie wir sie kennen. Sie hinterlässt aufsteigende Asche, Hoffnungslosigkeit und lange, gruselige Straßen. Genau so ärmlich und verwüstet wie die Welt, in welcher noch die letzten Menschenseelen nach dem letzten Stück Brot herumirren, ist auch die abgewogene Sprache, mittels welcher uns Cormac McCarthy die mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete gedämpfte Erzählung diktiert. Einen Mann und einen Jungen die in den Süden der USA wandern, begleitet nur Hoffnung, aber blieb davon überhaupt genug übrig für die Menschheit auf ihrer Reise in das Verderben?

 

TODD HENRY: DIE EMPTY

Die Mehrheit von uns lebt in der Überzeugung, dass wir für das Erreichen unserer Ziele noch immer den morgigen Tag haben. Unseren Arbeitstag stopfen wir mit verschiedenen Aktivitäten voll, wir springen von einer Aufgabe zur anderen und versuchen die gestellten Fristen einzufangen. Am Ende des Tages gehen wir unzufrieden nach Hause und in unseren Gedanken stellen wir uns die Frage, ob die geleistete Arbeit überhaupt einen Sinn hatte? Aber auch die morgigen Tage verschwinden einmal. Wir stellen schnell fest, dass wir unseren Kompass verloren haben, wir rennen uns selbst in Zyklen nach und kennen nicht den Weg nach vorne. Todd Henry widmete das mit praktischen Anweisungen und Grundprozessen bereicherte Buch Die Empty denjenigen, die sich Änderungen wünschen, die keine Angst vor dem morgigen Tag haben und die bereit sind, jeden Tag die gesteckten Ziele zu erreichen.

 

NEIL GAIMAN: Der Ozean am Ende der Straße

Der letzte Roman des vielseitigen britischen Schriftstellers und eines der größten Zeitgenossen der Fantasierzählung hat mit seinen Arbeiten, die voll von Ungewöhnlichkeit, Magie, Mystik und Verschiedenheit sind, das breite Feld der Popkultur bedeutend gezeichnet. Es ist eine Geschichte über einen unbekannten Mann, der sich bei seiner Heimkehr an die Erlebnisse vergangener Jahre erinnert, in welchen er sich mit dem Mädchen Lettie mit ungewöhnlichen Sachen auseinander setzte, die aus der anderen Welt drohten. Die Geschichte vereinigt Elemente einer Erzählung, Fantasie und Horror, in der nichts so ist wie es scheint und erinnert in einem Gaimanischem unbefleckten Stil an die ersten Zeichen des Erwachsenwerdens, wenn sich in die Welt der sorglosen Kinder auch Gefahren und Unrecht anschleichen können. Und es ist eine Zeit, wo sich in die Fantasiewelt der Kinder die Welt der Erwachsenen, mit ihren Regeln und Erwartungen, einschleicht.