ÜBERSETZUNG VON KOCHBÜCHERN

 

Kochbücher, also eine Sammlung unterschiedlicher Kochrezepte, liegen zweifelsohne im Trend. Heute hat jeder seinen Lieblingsfernsehkoch und ein Lieblingsgericht, das er gerne zubereitet, fotografiert und mit anderen teilt. Köche sind zu Stars – sozusagen zu Superhelden – geworden, die durch eine Reihe aufeinander abgestimmter Geschmacksrichtungen miteinander konkurrieren, auf Qualität setzen, das Schulsystem in puncto Ernährung revolutionieren, Restaurants retten und … Kochbücher schreiben. Es macht einfach Spaß, sie durchzublättern, die reiche Auswahl an Rezepten zu genießen und diese auch einmal selbst auszuprobieren. Aber auch das Übersetzen von Kochbüchern kann sehr unterhaltsam sein, was jedoch nicht bedeutet, dass es nicht seine spezifischen Herausforderungen mit sich bringt.

ZUTATEN

Die Beliebtheit verschiedener Küchen, orientalischer Rezepte, neuer Trends und Gewürze ist unumstritten, es bleibt jedoch die Tatsache, dass es häufig vorkommt, dass man in einem bestimmten Land nicht alle Zutaten eines bestimmten Rezepts kaufen kann. Ein Übersetzer steht somit vor einem unliebsamen Dilemma. Soll er die Zutaten gegen andere austauschen, sie einfach aus dem Rezept streichen und dadurch das Endprodukt beeinflussen, oder eine Anmerkung machen und den Leser darauf hinweisen, dass die Zutaten durch andere oder ähnliche Inhaltsstoffe ersetzt werden können? Kochtrends ändern sich schnell und Gerichte werden immer erschwinglicher, was nicht bedeutet, dass man die Hoffnung aufgeben sollte, wenn man nicht alle Zutaten bekommt. Bei der Übersetzung ist es daher wichtig, dass sich der Übersetzer konsequent an das Rezept hält, und im Falle von Modifikationen, zum Beispiel die Anpassung der Aromen an das Zielumfeld, diese Änderungen klar anführt und vermerkt. Es empfiehlt sich auch, die modifizierten Rezepte selbst zuzubereiten, zu probieren und dadurch die Eignung der neuen Zutaten sicherzustellen.

MASSEINHEITEN

Becher oder Gramm? Teelöffel oder Unze? Weltweit gibt es eine Reihe unterschiedlicher Maßeinheiten, weshalb es nicht ausreicht, lediglich eine der Webseiten zu besuchen, um die Einheiten umzurechnen und die Treffer in die Übersetzung zu integrieren.Dies ist allein schon wegen der Schreibweise nicht schicklich, die mit der allgemeinen Rezeptform im Zielumfeld nicht komplett vereinheitlicht wird. In Slowenien wäre es sehr ungewöhnlich, wenn man nach der Umrechnung in einem Rezept vermerken würde: „Fügen Sie 2,836 dl Milch hinzu.“  Bei der Umrechnung gibt es daher zwei Möglichkeiten: Man kann die tatsächlichen Maßeinheiten stehen lassen und am Ende des Buches eine Umrechnungstabelle hinzufügen. Um jedoch das nicht gerade leserfreundliche Blättern zu vermeiden, das den Nutzer beim Kochen oder Backen schnell verärgern kann, ist es viel praktischer, das Maßsystem des Zielumfeldes zu studieren. Das Rezept kann deshalb in der Weise gestaltet werden, dass die erhaltenen Maßeinheiten abgerundet werden, wobei der Übersetzer hierbei überzeugt davon sein muss, dass die Änderungen das Rezept selbst nicht beeinflussen. Es kann vorkommen, dass sich schon der kleinste Fehler auf das Ergebnis auswirkt, weshalb es vor der Veröffentlichung des übersetzten Rezepts sinnvoll ist, dasselbe auch in der Praxis auszuprobieren.