KÜNSTLICHE SPRACHEN

Stellen Sie sich eine Szene vor, in welcher Sie sich mit einer Verkäuferin im nahem Supermarkt in Elfensprache verständigen, versuchen Sie sich vorzustellen, wie Sie Ihr Café in der Lieblingsecke auf Klingonisch bestellen, in der Sprache des Volkes aus dem TV-Hit Star-Trek. Viele Jahre war die fiktive Sprache, die wir in Produkten der Popkultur, z.b. in den Büchern, Filmen oder TV-Serien getroffen haben, mehr auf wirkliche Fans konzentriert, die sich mit dem Lernen und der Nutzung einer solchen Sprache den eigenen Tag bereichert haben. Aber auch hier kann man den sich wandelnden Trend erkennen, da mit der größeren Popularität der Franchisen auch die kritische Masse der Menschen wächst, denen solche Unternehmungen eine zusätzliche Herausforderung darstellen.  Gerade wegen der immer größeren Popularität ist das Lernen der Sprache der Dothraki aus Game of Thrones oder der avatarischen Blauhäuter Na’vi heute überhaupt nicht mehr ungewöhnlich.

 

Solche Sprachen, die sich nicht schrittweise entwickeln und nicht Teil der Volkskultur sind, nennen wir künstliche Sprachen. Diese sind gewöhnlich von einer einzelnen Person oder einer Gruppe erschaffen und ihre Absicht ist die Erleichterung der Verständigung unter den Angehörigen verschiedener Sprachgemeinschaften. Diese Sprachen sind planmäßig geschaffen, ihre grammatikalischen Regeln sind sorgfältig bestimmt und sie haben auch ein eigenes Alphabet. Eine der bekanntesten und verbreitesten Sprachen ist Esperanto, eine internationale Hilfssprache.

 

Den Verdienst für das Wachstum dieser künstlichen Sprachen, die wir aus der Popkultur kennen, tragen in der ersten Reihe die Fans, die eigenhändig deren Häufigkeit verbreitet haben, sobald sie diese von ihrer eigenen Quelle in den alltäglichen Gebrauch übertragen haben. Heute können wir in Klingonisch schon Hamlet von Shakespeare lesen, wir können auf Klingonisch Googeln und Wikipedia in dieser Sprache entdecken. Beim Klingonisch, dessen Autor Marc Okrand ist, wird es bald möglich sein, in der beliebten Sprachenpublikation Duolingo zu lernen – über diese haben wir schon auf unseren Seiten berichtet. Eine Vielzahl von Internethilfen findet man auch für andere künstliche Sprachen, bei denen gerade das interessant ist, dass sie, obwohl sie in der Minderheit sind, überall in der Welt gesprochen werden und somit helfen, die Liebe zu der Sprache und anderen Kulturen zu wecken und zu beleben.