ABLAUF EINER ÜBERSETZUNG

Es ist fast unmöglich, alle Arbeitsprozesse verschiedener Professionen im Detail zu kennen. Es haben nicht alle das Einfühlungsvermögen sich in die Rollen eines Programmierers, eines Klempners, Elektrikers, Juristen oder Architekten zu versetzen. Vielleicht genügen unser Wissen oder Kompetenzen nicht dafür oder wir haben einen solchen Arbeitsablauf einfach noch nicht “live” erlebt. Sicher können wir mal raten oder annehmen, welche Arbeitsaufgaben zu einem bestimmten Beruf gehören, aber wahrscheinlich werden wir alles nur verallgemeinern. Ungewollt werden wir sicher einige wichtige Zwischenphasen oder Aufgaben, die für eine gute und erfolgreiche Ausübung des Berufes wesentlich sind, auslassen.

Und solche Arbeitsprozesse gibt es auch beim Übersetzen. Das Übersetzen ist nur ein Segment im gesamten Satz der Aufgaben, mit denen sich der Übersetzer im Laufe eines Projektes befasst. Den Ablauf der Übersetzungsarbeit können wir in vier Schlüsselphasen zusammenfassen, und das sind:

1. ERSTE VORBEREITUNGEN

Die ersten Vorbereitungen umfassen zuerst das Erkunden über technische Details, wie z.b. Prüfung der für die Übersetzungsvorbereitung wichtigen Merkmale des Originaltextes, Prüfung der Anweisungen des Auftraggebers, Erforschung der Terminologie, Erwerb des Wortschatzes und Nachlesen von Vergleichstexten (Recht, Maschinenbau, Ökonomie, Belletristik …)

2. DIE ARBEIT SELBST

Bevor die fertige Übersetzung dem Auftraggeber überreicht wird, müssen zuerst noch mehrere Prüfungsverfahren durchgeführt werden. Zuerst wird die Übersetzung in die Zielsprache geprüft, dann die Textformatierung, dann der Vergleich des Originaltextes mit der fertigen Übersetzung, weiter folgt die Prüfung der Berücksichtigung von Anweisungen des Auftraggebers. Dann folgt noch das Korrekturlesen und grammatikalische und terminologische Übereinstimmung der vorbereiteten Übersetzung. Ein so vorbereiteter Text ist bereit für eine eventuelle Formatierung.

Beim Übersetzungsprozess ist auch das Mitwirken des Auftraggebers sehr wichtig. Die Informationen des Auftraggebers zu dem Originaltext, zu der Zielgruppe und dem Bestimmungszweck des Textes können eine große Hilfe für den Übersetzer sein und sie ermöglichen es ihm, seine Arbeit nach den Wünschen und Erwartungen des Auftraggebers auszuüben.

Es empfiehlt sich daher bei der Auftragserteilung dem Übersetzer folgende Informationen bereitzustellen:

•das Zielpublikum – also wen der Text anspricht,

•der Bestimmungszweck – was sollte mit dem Text erreicht werden,

•die Sprachvarianten, z.B. Britisches Englisch oder Amerikanisches Englisch,

•die Terminologie – um die Konsistenz des Textes zu bewahren,

•das abzugebende Textformat.

3. DIE ENDPRÜFUNG

Vor der Auslieferung folgt noch eine letzte Prüfung der endgültigen Variante der Übersetzung. Das Augenmerk gilt den kleinen Fehlern, die sich vielleicht dem scharfen Auge vorher entzogen haben. Es wird aber auch nach Fehlern gesucht, zu denen es vielleicht bei der Textformatierung gekommen ist. Eine so geprüfte Übersetzung ist bereit für die Auslieferung.

4. AUSLIEFERUNG DER ÜBERSETZUNG

Zuletzt folgt die Auslieferung der Übersetzung und die Übereinstimmung mit dem Auftraggeber hinsichtlich eventueller Korrekturen.